Humor im Alltag – schenken Sie sich öfter ein Lächeln

Eine kürzlich an mich gestellte Anfrage ob ich noch Unternehmenskabarett anbieten würde,  hat mich auf die Idee gebracht, in diesem Blog über Humor zu schreiben. Am Anfang meiner Selbstständigkeit bot ich Workshops an, an denen mein Alter Ego Antonella Torso (siehe Foto) sozusagen als Eisbrecher über die Schreckensbilder beruflichen Alltags berichtete. Antonella Torso wird nicht mehr auftreten. Der Geist der Figur wird bei meiner Arbeit weiterhin eine große Rolle spielen. Humor ist die schönste Nebensache der Welt und durch Unter- oder Übertreibung ist eine humorvolle Distanz zu alltäglichen Konflikten möglich. Dadurch entsteht Leichtigkeit. Ein Schmunzeln über sich selbst wird möglich, die Selbstbeziehung wird positiv erlebt.

Wie funktioniert das mit dem Humor? Sobald Menschen zusammentreffen, erzählen sie gerne: „ich habe noch Schlimmeres erlebt“ oder „mir geht es am schlechtesten“. Mit großer Liebe zum Detail erzählen sie mit einer Wollust die Schreckensbilder ihrer Erlebnisse. Die Themen stammen aus vielen unterschiedlichen Bereichen, wie Beruf, Freizeit, Sport, Urlaub, Familie, Beziehungen, Krankheit, eine große Vielfalt steht zur Verfügung.                              Warum tun wir das? Mittlerweile gibt es Tausende von Lebensratgebern oder sogenannten Selbsthilfebüchern, die uns mit praktischen Methoden, Übungen und Programmen beibringen wollen, wie wir positiv denken lernen, um dann letztendlich positiv durch unser Leben zu gehen und dieses optimal zu meistern. Doch wer abstreitet, dass er sich ab und an gerne an schrecklichen, blutigen, schmerzensreichen oder grotesken Geschichten ergötzt, der lügt. Wir haben einen Hang zur Übertreibung, das liegt nun mal in der menschlichen Psyche. Diese Fähigkeit ist kein Luxus, sondern letztendlich eine Überlebensstrategie. Im Nachhinein verändern wir stressige Situationen, die wir in der konkreten Situation gar nicht lustig fanden in eine nette Anekdote. Der Stressfaktor wird ausgeschaltet. Die Situation mit einem Augenzwinkern auf das Wesentliche reduziert. Die negative Emotion wird neutralisiert. Der Erzähler selbst übernimmt die Rolle des Betrachters.

Außerdem dient diese Fähigkeit als Filter, welcher selektiert, was wir in unserem Gedächtnis abspeichern und was nicht. Später entscheidet diese Fähigkeit, woran wir uns erinnern und woran nicht. Eins ist sicher, wir erinnern uns an solche Geschichten, die irgendwie außergewöhnlich waren auch im Sinne von lustig.

In der Übertreibung liegt die Befreiung. Gerade wenn wir einen Konflikt haben, ertappen wir uns dabei, dass wir maßlos übertreiben können und kleine Dinge zu übergroßen Ballons aufblasen. Wer hat sich in seiner Fantasie noch nicht vorgestellt, den Bahnangestellten aus dem Zug zu stoßen, nachdem die Zugfahrt wieder viel länger gedauert hat als es auf dem Fahrplan stand und vom Anschlusszug sahen Sie,  nachdem Sie mit Ihren Koffern über mehrere Treppen gelaufen waren, nur noch die Schlusslichter. Wer könnte da nicht zum Terminator werden? Was tun wir statt dessen? Wir fressen den Frust in uns hinein und bei jeder möglichen Gelegenheit reden wir schlecht über die Zustände bei der Deutschen Bundesbahn und deren Mitarbeiter. Wohin mit dem Frust? Die nächste Bahnfahrt kommt bestimmt und die nächste Verspätung leider auch. Wie wäre es denn, wenn sie beim nächsten Mal mit einer anderen Einstellung und zwar humorvoll an die Sache herangingen? Denn es kann einfach wieder passieren, genauso, wie die Ampel genau in dem Moment auf rot umspringt, als Sie gerade noch Gas geben wollten. Wir wäre es denn, wenn Sie sich zu diesen Situationen einen Satz zurechtlegen, der sie amüsiert, anstatt frustriert?

Humor ist ein Teil von uns. Er ist sowieso in uns verankert, ob wir uns darum kümmern oder nicht. Wenn wir unserem inneren Amusement mehr Aufmerksamkeit geben, dann können wir niedrige Energiezustände wie Ärger eintauschen in stärkende Energiezustände. Ärger und Frust transformieren in zumindest ein Schmunzeln über die Situation. Humor ist ein Potenzial, das schon vorhanden ist, und das jeder Mensch in sich trägt und immer bei sich hat. Lachen ist Distanz, die purste Art der Meditation. Wer lacht, denkt nicht. Ein neuer Blick auf die eigene Situation kann andere Perspektiven eröffnen.

Fazit. Die innere Haltung lässt sich steuern. Das heisst, ich stelle mir etwas vor, das mich schnell wieder zum Lächeln oder Grinsen bringt. Allein durch die Vorstellung wird die Atmung tiefer. Die damit gewonnene Distanz macht es leichter, so zu reagieren, wie man möchte, souveräner und nicht mit einem Wutausbruch, zum Beispiel. Dieser konkrete Satz unterbricht das vorherige Muster: „Ich schenke mir ein Lächeln.“ Es geht nicht darum, dass mir das suggeriere. Dieser Satz erinnert  daran, dass ich diesen humorvollen Teil in mir habe und ihn jetzt aktiviere.

Der besondere Moment dieser Woche

Ich sitze auf einer Bank. Die noch sommerlichen Sonnenstrahlen, wärmen mich. Dabei habe ich meine geliebten frische Himbeern, die ich genüsslich in aller Ruhe vertilge.

2 Gedanken zu „Humor im Alltag – schenken Sie sich öfter ein Lächeln

  1. Kathrin

    Liebe Inge,
    vielen Dank für Deinen Beitrag zum Lächeln an diesem Tag…
    „Ich schenke mir ein Lächeln“ – finde ich eine gute Idee.
    Und „der besondere Moment dieser Woche“ – was könnte das sein? – Ich erschaffe ihn mir …

    Herzlich,
    Kathrin

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